Zum Inhalt springen

Sichtbarkeit · 1. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Google-Unternehmensprofil optimieren: die Anleitung für Betriebe

Freitagnachmittag in Wolfenbüttel, in einer Küche fliegt die Sicherung raus und bleibt draußen. Die Bewohnerin nimmt das Handy und tippt „Elektriker in der Nähe“. Oben auf dem Bildschirm liegt die Karte mit drei Betrieben. Sie schaut sich alle drei kurz an, weil sie heute noch jemanden braucht.

Beim ersten steht keine Öffnungszeit, also weiß sie nicht, ob überhaupt jemand rangeht. Beim zweiten sieht sie ein Foto von einem Bürogebäude und sonst nichts. Beim dritten stehen Störungsdienst und Elektroinstallation als Leistungen, die Zeiten sind aktuell, die Nummer direkt darunter. Dort ruft sie an. Können tun alle drei dasselbe. Der Unterschied liegt in dem, was im Profil ausgefüllt ist.

EBElektro BrandtElektriker · Wolfenbüttel4,8(47)Geöffnet · schließt 17:00☎ AnrufenRouteWebsiteLeistungen: noch keine eingetragenFotos: noch keine vom BetriebBeschreibung: leerName wie auf der RechnungHauptkategorie: ElektrikerÖffnungszeiten gepflegtNummer, die wirklich klingeltBleibt bei den meisten leerBleibt bei den meisten leerBleibt bei den meisten leerAusgefülltVon Google angezeigt, aber nicht ausgefülltJedes leere Feld ist eine Frage, die dein Kunde beim Nachbarn beantwortet bekommt.
Ein fiktives Profil, wie es viele Betriebe haben: Die Pflichtfelder stehen, die Felder mit dem größten Nutzen bleiben leer.

Was in dem Eintrag steht, bestimmst du

Das Google-Unternehmensprofil ist der Kasten neben den Suchergebnissen und der Pin in Google Maps. Google setzt ihn aus deinen Angaben zusammen, aus deiner Website und aus dem, was Nutzer beisteuern. Wenn du selbst nichts pflegst, füllt Google die Lücken nach eigenem Ermessen. Dann steht dort eine Nummer aus der Zeit vor dem Anbieterwechsel oder eine Kategorie, die halb passt.

Die Grundlage ist an einem Vormittag erledigt: Anschrift oder Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten samt Sonderzeiten an Feiertagen. Dazu Fotos aus dem eigenen Betrieb, also der Zählerschrank nach dem Wechsel, das beschriftete Fahrzeug, die Leute in Arbeitskleidung. Eine Chatfunktion gibt es im Profil seit Sommer 2024 nicht mehr, Anfragen laufen über den Anruf und über deine Website. Prüf deshalb, ob die hinterlegte Nummer auf dem Handy klingelt, das freitags um halb vier auch wirklich jemand in der Hand hat.

Der Name gehört so hinein, wie er am Fahrzeug steht

Der häufigste Fehler steht ganz oben im Profil. „Elektro Brandt Elektriker Wolfenbüttel Notdienst“ bringt vielleicht kurz ein paar Aufrufe mehr und verstößt gegen die Google-Richtlinien. Ort und Branche dürfen im Namen stehen, wenn sie zum echten Firmennamen gehören. Was du zusätzlich hineinschreibst, wertet Google als Manipulation. Die Folge reicht von einer stillen Korrektur bis zur Sperrung, und ein gesperrtes Profil zurückzuholen zieht sich über Wochen.

Trag den Namen so ein, wie er auf deiner Rechnung steht. Der Ort kommt über das Einzugsgebiet ins Spiel, die Branche über die Kategorie. Für beides gibt es eigene Felder.

Kategorie und Leistungen: der Teil, den die meisten liegen lassen

Die Hauptkategorie ist die Angabe, an der Google am stärksten festmacht, bei welchen Suchen du auftauchst. Sie beantwortet die Frage „Dieser Betrieb ist ein …“. Eine einzelne Tätigkeit beschreibt sie nicht. Elektro Brandt trägt also „Elektriker“ ein, die Wallbox-Montage kommt weiter unten bei den Leistungen unter. Zwei, drei Nebenkategorien reichen, wenn sie wirklich zum Kerngeschäft gehören.

Darunter kommt der Bereich Leistungen, und der bleibt bei den meisten Betrieben leer. Dort trägst du deine Arbeiten einzeln ein und schreibst zu jeder zwei Sätze: Zählerschrankwechsel, Wallbox-Installation, Störungsdienst, E-Check, Netzwerkverkabelung im Neubau. Google zeigt diese Einträge in der Suche und auf Maps an, und Kunden erkennen daran, ob sie bei dir richtig sind. Wenn deine Website dieselben Leistungen mit denselben Worten führt, passt das Bild zusammen. Wie du das auf der Website aufziehst, steht in Warum Kunden dich bei Google nicht finden.

Einzugsgebiet und Bestätigung, wenn kein Kunde zu dir kommt

Wer keine Kundschaft am Standort empfängt, kann die Adresse ausblenden und stattdessen Einzugsgebiete eintragen. Google erlaubt bis zu 20 davon, und die Außengrenze soll ungefähr zwei Autostunden vom Betriebssitz entfernt liegen. Für Elektro Brandt heißt das Wolfenbüttel, Braunschweig, Salzgitter, Peine und ein paar Gemeinden im Landkreis. Halb Niedersachsen einzutragen bringt keinen zusätzlichen Kunden und fällt bei der Prüfung auf.

zu weit eingetragenca. 2 AutostundenLandkreis WolfenbüttelBraunschweigPeineSalzgitterElektro BrandtBetriebssitz, Adresse ausgeblendetEingetragene EinzugsgebieteDort eintragen, wo du wirklich hinfährst.
Adresse ausgeblendet, Einzugsgebiete eingetragen: Google zeigt dich dort, wo du wirklich arbeitest.

Die Bestätigung läuft bei Betrieben ohne Ladenlokal inzwischen oft per Video über das Handy. Google will sehen, dass es den Betrieb gibt, also das beschriftete Fahrzeug mit Kennzeichen, Werkzeug im Laderaum, Geschäftsunterlagen. Nimm dir eine ruhige halbe Stunde dafür und rechne danach mit einigen Werktagen Prüfzeit.

Bewertungen: fragen ist erlaubt, bezahlen nicht

Du darfst deine Kunden um eine Bewertung bitten. Verboten sind Anreize dafür, also Rabatte, Gutscheine oder Gratisleistungen gegen eine Rezension. Gekaufte Bewertungen entfernt Google, wenn sie auffallen. Eine bezahlte Bewertung, die nicht als solche gekennzeichnet ist, ist zusätzlich ein Fall fürs Wettbewerbsrecht.

Was zulässig bleibt und im Alltag am besten funktioniert: fragen, solange du noch beim Kunden stehst und die Arbeit sichtbar fertig ist. Auf jede Bewertung antworten, auch auf die mit drei Sternen. Mehr dazu in Mehr Google-Bewertungen für deinen Betrieb.

Was du realistisch erwarten kannst

Ein vollständiges Profil hebt dich nicht über Nacht auf Platz eins. Google sortiert die Karteneinträge nach drei Dingen: wie gut dein Profil zur Suchanfrage passt, wie weit der Suchende von dir entfernt ist und wie bekannt dein Betrieb im Netz sonst ist. An der Entfernung kannst du nichts ändern. An den beiden anderen schon, und das wirkt über Wochen statt über Tage.

Was du in der Zwischenzeit ablesen kannst, sind die Zahlen im Profil selbst. Google zeigt dir, wie oft dein Eintrag aufgerufen wurde und wie oft jemand auf Anrufen oder auf die Route getippt hat. Wenn die Anrufe aus dem Profil nach ein paar Wochen zunehmen, während die Aufrufe gleich bleiben, hast du an den richtigen Stellen nachgebessert.

Die Erstpflege kostet dich zwei bis drei Stunden, danach ein paar Minuten im Monat für ein Foto und einen Beitrag. Der Aufwand lohnt sich vor allem dann, wenn Profil und Website dasselbe erzählen. Das Profil ist dabei ein Baustein von mehreren. Wenn du wissen willst, wo dein Betrieb insgesamt steht, bei Sichtbarkeit, Vertrauen und Erreichbarkeit, dann mach unseren Digital Check: ein paar Fragen, sofort ein Ergebnis, kostenlos und ohne Anmeldung.

Jetzt starten

Der unsichtbare Motor hinter deinem sichtbaren Erfolg.

Zwischen dir und deinem nächsten Kunden steht oft nur ein guter erster Eindruck. Der Digital Check zeigt dir in wenigen Minuten, wo du stehst und was du zuerst angehen solltest.

Digital Check starten